Journal · Aus der Werkstatt · 27. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Warum wir jede Uhr öffnen.
Von außen sieht man, wie eine Uhr getragen wurde. Wie es ihr geht, sieht man erst, wenn der Boden ab ist.

Eine gebrauchte Luxusuhr kann außen tadellos sein und innen einen Service brauchen, der mehrere hundert Euro kostet. Deshalb gehört das Öffnen bei uns nicht zur Kür, sondern zur Aufnahme jeder Uhr.
Was der Uhrmacher prüft
- Gang, Amplitude und Abfallfehler auf der Zeitwaage, in mehreren Lagen.
- Zustand des Werks: Öle, Verschmutzung, Spuren früherer Eingriffe, Originalität der Teile.
- Dichtungen und Wasserdichtigkeit unter Druck.
- Seriennummer und Referenz im Abgleich mit den Papieren.
Warum das für Sie zählt
Eine Uhr, die im Werk nachlässt, zeigt es selten am ersten Tag. Die Amplitude sinkt, die Gangabweichung wird größer, die Gangreserve kürzer. Wer das vor dem Kauf weiß, kann den Service einplanen — oder sich für eine andere Uhr entscheiden.
Alles, was wir finden, steht im Zustandsbericht: mit Messwerten, Makrofotos und der Unterschrift des Uhrmachers. Was wir nicht messen konnten, steht dort auch.